Architektur

Wie Hyperliquid funktioniert

Hyperliquid zu verstehen heißt, drei Dinge zu trennen, die anderswo vermischt werden: wie Transaktionen geordnet werden, wo das Orderbuch liegt und wo programmierbare Logik läuft.

Kurz gesagt

HyperBFT ordnet Transaktionen und produziert Blöcke proportional zum gestakten HYPE. Die Ausführung teilt sich in HyperCore — Perp- und Spot-Orderbücher plus sämtlicher Margin- und Clearinghouse-Zustand — und die HyperEVM, eine allgemeine EVM-Umgebung auf derselben Chain, die HyperCore-Zustand über Precompiles liest und über CoreWriter schreibt.

Konsens: HyperBFT

Hyperliquid wird durch HyperBFT abgesichert, eine Variante des HotStuff-Konsenses. Wie auf den meisten Proof-of-Stake-Chains produzieren Validatoren Blöcke proportional zum an sie delegierten Token; ein Validator braucht eine Selbstdelegation von 10.000 HYPE, um aktiv zu sein.

Für Trader zählt vor allem die Finalität: Eine akzeptierte Order ist nach einem Block endgültig. Es gibt kein Zeitfenster, in dem ein Fill noch umgeordnet oder verworfen werden könnte.

HyperCore: die Börse selbst

HyperCore enthält die Matching-Engine, die Perp- und Spot-Orderbücher, den Margin-Zustand und das Clearinghouse. Entscheidend: Es stützt sich nicht auf ein Off-Chain-Buch — die Dokumentation nennt das ausdrücklich „die Krücke der Off-Chain-Orderbücher“. Orders, Stornierungen, Trades und Liquidationen sind allesamt Zustandsübergänge.

In HyperCore liegen auch die Oracle-Preise. Validatoren veröffentlichen etwa alle drei Sekunden einen gewichteten Median von CEX-Spotpreisen, der sowohl Funding als auch den Mark-Preis speist.

HyperEVM: programmierbarer Zugriff auf das Buch

Die HyperEVM ist eine vertraute, allgemeine EVM-Umgebung auf derselben Chain. Contracts dort lesen HyperCore-Zustand über Precompiles und handeln über CoreWriter darauf — so interagieren On-Chain-Vaults, tokenisierte Strategien und automatisierte Systeme mit dem echten Orderbuch statt mit einem Wrapper.

Für Entwickler verschwindet damit eine sonst unangenehme Grenze: Liquidität und Buchhaltung liegen auf derselben Chain, sodass ein Contract eine Position halten, einen Agent delegieren oder seine eigene Margin lesen kann, ohne einem externen Relayer zu vertrauen.

Wo ein automatisiertes System ansetzt

HyperMirror nutzt zwei dieser Primitive. Der öffentliche HyperCore-Zustand liefert die prüfbare Fill-Historie jedes Kandidaten, und der Agent-Freigabemechanismus erlaubt einem reinen Handels-Signer, Orders im Konto eines Nutzers zu platzieren — ohne jede Abhebe- oder Transferbefugnis.

Beides verlangt kein Vertrauen in HyperMirror als Verwahrer. Beides sind Funktionen auf Börsenebene, weshalb das Modell strukturell non-custodial ist und nicht non-custodial per Versprechen.

Methodik

Auswahl und Austausch der Leader folgen einem veröffentlichten Regelwerk (Policy v3) — nicht dem Ermessen einzelner Personen. Kurz gesagt: der Elite-Basket ist sticky, Notfälle entfernen einen Leader sofort, und weiche Probleme sammeln maximal einen Strike pro UTC-Tag — drei Strike-Tage lösen den Austausch aus. Mehr in so funktioniert es oder in der Dokumentation für die vollständige Tabelle.

Fragen

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen HyperCore und HyperEVM?

HyperCore ist der Börsenzustand: Orderbücher, Margin, Clearinghouse. Die HyperEVM ist eine allgemeine Smart-Contract-Umgebung auf derselben Chain, die HyperCore über Precompiles und CoreWriter liest und schreibt.

Wie schnell ist Hyperliquid?

Veröffentlicht sind rund 0,2 Sekunden mediane Ende-zu-Ende-Latenz für nahe Clients, etwa 0,9 Sekunden im 99. Perzentil und ungefähr 200.000 Orders pro Sekunde Mainnet-Durchsatz.

Wer betreibt Hyperliquid?

Validatoren sichern die Chain unter Delegated Proof of Stake und produzieren Blöcke proportional zum delegierten HYPE; für den aktiven Status sind 10.000 HYPE Selbstdelegation nötig.

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Non-custodial · Agent kann nicht abheben · Freigabe jederzeit widerrufbar